Helikopter-Eltern

Einladung zum 24. Stammtisch auf Freitag, 29.03.2019, 17 Uhr

«Das Ziel der Erziehung muss die Mündigkeit der Kinder sein», findet Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm.

«Je grösser die Ungleichheiten in einer Gesellschaft sind, desto stärker greifen Eltern in das Leben ihrer Kinder ein.»
Matthias Doepke, Ökonom

«Die Helikopter-Erziehung hat auch mit unserem Bildungssystem zu tun.»
Margrit Stamm, Erziehungswissenschaftlerin

«Curling-Eltern räumen wie Skipper mit ihrem Besen den Kindern alle Hindernisse aus dem Weg.»
Henri Guttmann, Familientherapeut

«Helikopter-Eltern? Klasse! Im Helikopter zur Schule ist schließlich sehr viel besser als im Bus». Lovis, Illustrator

Das alles mündet in einen einfachen und doch schwer umzusetzenden Erziehungstipp: Lasst Kinder doch einfach machen! Wer will, dass die Kleinen mit dieser verwirrenden, herausfordernden Welt zurechtkommen, sollte sie einfach ihr eigenes Ding erleben lassen.

Link: Flugscham.pdf

Es geht um ein Abwägen: Wie viel Freiraum ist möglich und wie viel Einflussnahme nötig, damit die Kinder im Leben gut abschneiden? Die Antwort: Fordern und einmischen zahlt sich aus – zumindest, wenn es um Bildungserfolg und lukrative Jobs geht.

Link: Helikopter.pdf

Vorwärts in die Vergangenheit oder

Back to the Future?

Einladung zum 22. Stammtisch auf Freitag, 30.11. 2018, 17 Uhr in Martinas Stube an der Häberlinstrasse 17.

Essays propagieren eine pädagogische Klimaveränderung, die Klischees und Ansichten aus der pädagogischen Eiszeit des letzten Jahrtausends freilegen z.B. Guido Kalberer im Tagesanzeiger

Woraus besteht bei Special Teachers die Aura? Wie ist sie entstanden, wie bleibt sie erhalten, wie wandelbar ist sie, und wie zerbrechlich?
Wie kann sie erworben werden?

Wie arbeite ich an meiner pädagogischen Ausstrahlung, wer unterstützt mich dabei? Und wenn ich sie nicht habe?

Lehrerinnen unterwegs

kurt-marti-klein

seiltänzerin

faßt
fuß
auf wenig

fußt
fast
auf nichts

setzt
fuß
vor fuß

hoch
über
köpfen

Wo chiemte mer hi

Wo chiemte mer hi
wenn alli seite
wo chiemte mer hi

und niemer giengti
für einisch z’luege
wohi dass me chiem

we me gieng

Zwöiezwänzg läbe

Ungefähr
zwöiezwänzg läbe
müesst i läbe
wett i läbe
dass ig einisch
wirde gläbt ha

doch bevor i
numen einisch
wien i müessti
so cha läbe
dass i gläbt ha
läb i nümme

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Lasst Lehrerinnen Lehrerinnen sein.

Einladung zur neuntzehnten Runde am 24.11.2017, 16:30 – 17:30 Uhr in Frauenfeld

[Die vollständigen Texte findest du hier.]

Lasst Kinder Kinder sein.

Matthias Meili im Tagesanzeiger vom 16.11.2017:

[…]

«Kinder sind nicht nur glücklich, sie sind nachdenklich, fröhlich, verzweifelt – sind alles, was Erwachsene auch sind.» Dies zu akzeptieren, wäre schon einmal die halbe Miete im Umgang mit Kindern. Sie können auch mal traurig, niedergeschlagen, depressiv sein. Aber dann brauchen sie eine helfende Hand, eine liebende Mutter, einen fürsorglichen Vater oder gute Freunde.

Was diese Kinder sicher nicht brauchen, sind Psychiater und Antidepressiva. Aber Zeit und Raum, um sich die Welt spielerisch anzueignen, wie es ihrem Alter entspricht – davon können sie nicht genug haben. Plus vielleicht eine Aufgabe, die sie fordert und anregt.

[…]

«Der Leistungs- und Förderwahn führt in einen Teufelskreis.»

Erstens: die leistungsorientierte Gesellschaft. Wir wollen immer das Optimum, die besten Schulen, die schönste Freizeit, den höchsten Lohn. Selten werden diese Anforderungen offen ausgesprochen. Den meisten Eltern liegt es fern, gute Noten zu fordern oder gar schlechte zu bestrafen. Doch Kinder haben ein feines Gespür für Erwartungen. Sie riechen Belohnungen, wenn sie noch nicht einmal in Aussicht gestellt werden. Psychiater sagen, dass sich ihre kleinen Patienten selber einem enormen Leistungsdruck aussetzen, vor allem die Mädchen – und oft daran scheitern.

Zweitens: die leistungsorientierte Schule. Bereits im Kindergarten werden die Fähigkeiten der Kinder in peinlich genauen Beurteilungs­bogen erfasst. Wie ist das Sozialverhalten? Wie entwickeln sich die sprachlichen, wie die mathematischen Fähigkeiten des Kindes? Grobmotorisch, feinmotorisch? Alles müssen die Lehrer pedantisch ausfüllen und kommentieren. Der Beurteilungsbogen im Kindergarten erinnert eher an ein Assessment für einen Managerposten als an die Wertschätzung für einen Dreikäsehoch.

[…]

Drittens: der Fokus auf Schwächen. Wo es früher bei der Berufswahl darum ging herauszufinden, was man gerne macht, gilt es heute Schwächen und Stärken zu analysieren. Auch das beginnt schon früh. In den ersten Schuljahren gibt es zwar keine Noten, aber die Fixierung auf die Schwächen der Kinder sticht ins Auge. Die Punkte mit Förderbedarf sind im Beurteilungs­bogen dick orange eingefärbt, die Stärken verschwinden unter einem blassen Grün. Das Elterngespräch dreht sich zu drei Vierteln darum, was das Kind besser machen kann. Und wo es nicht der Norm entspricht, wird es aus der Klasse genommen und gefördert, mit Heilpädagogik, Psychomotorik, Ergotherapie. Doch die gut gemeinte Botschaft kommt anders an. Wo habe ich versagt? Wo muss ich mich mehr anstrengen?


Integrationsklassen schneiden bei Leistungstests schlecht ab

Raphaela Birrer im Tagesanzeiger vom 22.11.2017

[…]
Integration: Alle Kinder verbleiben im Untersuchungszeitraum in der Regelklasse. Beide Schülergruppen geben an, sich in ihrer Klasse wohlzufühlen; die Lehrer beurteilen das Klima negativer.

Verhalten: Problematische Verhaltensweisen in den Klassen bleiben konstant oder nehmen ab. Kinder mit besonderem Förderbedarf haben mehr Verhaltensprobleme als Schüler ohne. Die Studie weist zudem eine Wechselwirkung zwischen der Einschätzung der Verhaltensprobleme durch die Lehrer und dem tatsächlichen Verhalten der Schüler nach. Konkret: Ist die Lehrperson pessimistisch bezüglich der Lern- und Verhaltensfortschritte eines Schülers, tritt die negative Entwicklung eher ein.

Leistung: Ein Drittel der nicht förderbedürftigen und zwei Drittel der förderbedürftigen Schüler erreichen in den standardisierten Cockpit-Leistungstests das Minimalniveau in Mathematik und Deutsch nicht. Damit schneiden die Kinder schlechter ab als die repräsentative Stichprobe von 500 Schülern, an der die Tests geeicht wurden. Gleichzeitig haben die meisten förderbedürftigen Schüler eine genügende Zeugnisnote (Mathe: zwei Drittel, Deutsch: drei Viertel). Bei den nicht Förderbedürftigen sind es fast alle.

Leistung oder Integration?

[…]

 

Schule, werde wesentlich!

Einladung zur achtzehnten Runde am 12.05.2017, 16:30 – 17:30 Uhr an der Zürcherstrasse 226, Frauenfeld

Hanna M. aus F. (11 Jahre) zeichnet das Schulunwesen.

schulwesen

„Wesentliche Schule soll zu Mündigkeit und Partizipation führen“, fordern die Demokraten.

„Wesentlich ist, in der Schule glücklich zu leben und freudvoll zu lernen“, meint die Glücksschule.

Der Lerncoach: „Selbstbestimmtes und eigenständiges Lernen macht’s!“

Kinder – so viel Eifer, um so zu werden wie wir.

Einladung zur siebzehnten Runde am 21.04.2017, 16:30 – 17:30 Uhr an der Zürcherstrasse 226, Frauenfeld

Optimismus – Pessimismus – Pädagogik

  • „Die Poesie des Pessimismus ist die Lebensfreude.“ – Frank Wedekind
  • „Eigentlich hat’s ja nicht viel auf sich mit dem besten Peßimismus. An dem Glücklichen gleitet er ab, wie Waßer an der pomadisirten Ente, und der Unglückliche weiß ohne weiters bescheid.“ – Wilhelm Busch
  • „Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“ – Antonio Gramsci
  • „Pessimismus ist der Schatten, den der Optimismus werfen muss, um ernst genommen zu werden.“ – Frank Schätzing
  • „Weg mit den bis zum Überdruss verbrauchten Wörtern Optimismus und Pessimismus! Denn der Anlass, sie zu gebrauchen, fehlt von Tag zu Tage mehr: nur die Schwätzer haben sie jetzt noch so unumgänglich nötig.“ – Friedrich Nietzsche
  • “Es gibt keinen traurigeren Anblick als einen jungen Pessimisten – mit Ausnahme eines alten Optimisten.“ – Mark Twain
  • „Die Grundlage des Optimismus ist blanke Angst.“ – Oscar Wilde, Bildnis des Dorian Gray
  • „Optimistisch ist diejenige Weltanschauung, die das Sein höher als das Nichts stellt und so die Welt und das Leben als etwas an sich Wertvolles bejaht.“ – Albert Schweitzer
  • “Der Angst, dass die Menschheit vielleicht nicht bestehen bleibt, fogte die Angst, dass sie überleben wird.“ – William H. Gass, Mittellage
  • Der natürliche Lauf des menschlichen Lebens geht vom Optimismus zum Pessimismus; und Ironie hilft, den Pessimismus zu zügeln, hilft, Gleichgewicht und Harmonie hervorzubringen. – Julian Barnes, Der Lärm der Zeit